Invasive Mückenarten

Invasive Mückenarten – neue Mücken in Europa

Mücken gibt es seit Tausenden von Jahren in Europa, aber in den letzten Jahrzehnten haben sich mehrere neue invasive Mückenarten in der Region ausgebreitet. Diese Arten stammen ursprünglich aus anderen Teilen der Welt, haben sich jedoch durch internationalen Handel, Transport und verändertes Klima in Europa etabliert.

Mehrere dieser Mücken unterscheiden sich von den Arten, die traditionell in Nordeuropa vorkommen. Sie können andere Verhaltensweisen, andere Lebensräume haben und in einigen Fällen auch Krankheiten übertragen, die zuvor in Europa nicht aufgetreten sind.

In diesem Leitfaden behandeln wir:

  • was invasive Mückenarten sind
  • wie sie sich ausbreiten
  • welche Arten in Europa am häufigsten sind
  • welche Risiken sie darstellen können
  • wie Forscher und Behörden sie überwachen

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Was ist eine invasive Mückenart?

Eine invasive Art ist eine Art, die in ein Gebiet eingeführt wird, in dem sie zuvor nicht natürlich vorkam, und die sich dort zu verbreiten und Populationen zu etablieren beginnt.

Bei Mücken bedeutet dies häufig, dass die Art:

  • von Menschen in neue Gebiete transportiert wird
  • das Klima im neuen Gebiet übersteht
  • geeignete Plätze zum Eierlegen findet
  • lokal mit der Fortpflanzung beginnt

Viele invasive Mückenarten gehören zur Gattung Aedes, zu der auch mehrere Arten gehören, die dafür bekannt sind, Viren zwischen Menschen übertragen zu können.

Das bedeutet nicht, dass alle invasiven Mücken Krankheiten übertragen, aber einige Arten besitzen die biologische Fähigkeit dazu unter den richtigen Bedingungen.

Wie verbreiten sich invasive Mückenarten?

Die Verbreitung invasiver Mückenarten erfolgt fast immer durch menschliche Aktivitäten. Mücken können große Entfernungen auf verschiedenen Transportwegen und mit Waren zurücklegen.

Die häufigsten Verbreitungswege sind:

Internationaler Handel

Eier bestimmter Mückenarten können in trockenen Umgebungen lange überleben. Dadurch können sie z.B. in folgenden Gegenständen transportiert werden:

  • Autoreifen
  • Container
  • Pflanzentransporte
  • Bambus oder Zierpflanzen

Wenn die Eier dann mit Wasser in Kontakt kommen, können sie schlüpfen.

Transport und Reisen

Mücken können auch mit folgenden Verkehrsmitteln mitkommen:

  • LKW
  • Schiffe
  • Flugzeuge
  • Touristenreisen

Dadurch können Arten schnell zwischen verschiedenen Ländern bewegt werden.

Klimawandel

Ein wärmeres Klima verbessert die Überlebenschancen bestimmter Arten in Europa.

Temperatur, Niederschlag und längere Sommer können Bedingungen schaffen, die es neuen Arten ermöglichen, sich weiter nördlich als früher anzusiedeln.

Welche Risiken können invasive Mückenarten bergen?

Die meisten invasiven Mücken verursachen hauptsächlich mehr Irritation und mehr Stiche.

Aber einige Arten können auch medizinisch relevant sein, da sie als Vektoren, also Träger von Viren, fungieren können.

Die Risiken hängen von mehreren Faktoren ab:

  • ob das Virus in der Region vorkommt
  • wie viele Mücken vorhanden sind
  • wie oft Menschen gestochen werden

In Europa gab es gelegentlich lokale Ausbrüche von Krankheiten wie Dengue und Chikungunya in Gebieten, wo sich die Tigermücke etabliert hat.

Das Risiko größerer Krankheitsausbrüche in Nordeuropa ist heute sehr gering.

Das liegt u.a. an:

  • dem Klima
  • begrenzter Etablierung relevanter Mückenarten
  • effektiven Überwachungssystemen

Forschende verfolgen die Entwicklung jedoch genau, da Klima und globaler Handel die Situation im Laufe der Zeit verändern können.

Häufige invasive Mückenarten in Europa

Mehrere Arten haben sich in den letzten Jahrzehnten in Europa etabliert. Die bekanntesten sind:

  • asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)
  • Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)
  • japanische Buschmücke (Aedes japonicus)
  • koreanische Buschmücke (Aedes koreicus)

Eine weitere von der gewöhnlichen Waldmücke abweichende Mücke ist die sogenannte U-Bahn-Mücke, oft London Underground mosquito (Culex pipiens f. molestus) genannt. Sie gilt nicht als invasive Art, ist aber dennoch interessant, da sie kälteempfindlich ist und sich an das Leben in städtischen Umgebungen angepasst hat.

Asiatische Tigermücke - Aedes albopictus

Aedes albopictus, auch asiatische Tigermücke genannt, ist eine invasive Mückenart aus Südostasien. Sie ist leicht an ihren schwarz-weißen Streifen auf Körper und Beinen zu erkennen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Art weltweit rasch verbreitet und in vielen europäischen Ländern etabliert. Sie ist sehr anpassungsfähig und kann sich in kleinen Wasseransammlungen in städtischen Umgebungen entwickeln. Die Tigermücke ist tagsüber aktiv und gilt als eine der wichtigsten invasiven Mückenarten in Europa.

Aedes albopictus Fakten

  • Wissenschaftlicher Name: Aedes albopictus
  • Üblicher Name: Asiatische Tigermücke
  • Herkunft: Südostasien
  • Vorkommen in Europa: siehe Bild, Juni 2025
  • Erster Nachweis in Europa: 1970er Jahre
  • Verbreitung: internationaler Handel, besonders Autoreifen
  • Aktivität: hauptsächlich tagsüber
  • Lebensraum: Städte, Gärten und Parks
  • Eier gelegt in: kleine Wasserbehälter
  • Kann Viren übertragen: Dengue, Chikungunya, Zika

Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)

Aedes aegypti, häufig Dengue- oder Gelbfiebermücke genannt, ist eine tropische Mückenart, die vor allem in der Nähe von Menschen lebt. Sie stammt ursprünglich aus Afrika, hat sich aber durch Handel und Transport in große Teile der Welt verbreitet. Die Art bevorzugt städtische Umgebungen, wo sie ihre Eier in kleinen Wasseransammlungen wie Behältern, Fässern und Blumentöpfen legt. In Europa kommt sie vor allem in wärmeren Regionen rund ums Mittelmeer vor und wird genau überwacht, da sie als Überträger mehrerer Viruskrankheiten fungieren kann.

Aedes aegypti Fakten

  • Herkunft: Afrika
  • Wissenschaftlicher Name: Aedes aegypti
  • Übliche Namen: Dengue-Mücke, Gelbfiebermücke
  • Vorkommen in Europa:  siehe Bild, Juni 2025
  • Lebensraum: städtische Umgebungen in der Nähe von Menschen
  • Eier gelegt in: kleinen Wasseransammlungen
  • Aktivität: hauptsächlich tagsüber
  • Kann übertragen: Dengue, Zika, Chikungunya
  • Verbreitung: Handel und Transport
  • Überwacht von: europäischen Gesundheitsbehörden

Japanische Buschmücke - Aedes japonicus

Aedes japonicus, oft japanische Buschmücke genannt, ist eine invasive Mückenart, die ursprünglich aus Ostasien stammt. Sie wurde Anfang der 2000er Jahre in Europa entdeckt und hat sich seitdem in mehreren Ländern verbreitet. Die Art lebt sowohl im Wald als auch in städtischen Umgebungen und kann sich in kleinen Wasseransammlungen wie Fässern, Teichen und Behältern entwickeln. Sie ist relativ kälteunempfindlich, was ihr ermöglicht, sich weiter nördlich in Europa zu etablieren als viele andere invasive Mückenarten.

Aedes japonicus Fakten

  • Herkunft: Ostasien
  • Wissenschaftlicher Name: Aedes japonicus
  • Üblicher Name: japanische Buschmücke
  • Erster Nachweis in Europa: ca. 2000
  • Vorkommen:  siehe Bild, Oktober 2023
  • Verträgt: kühlere Klimazonen
  • Lebensraum: Wald und Stadt
  • Eier gelegt in: wassergefüllte Behälter
  • Aktivität: hauptsächlich tagsüber
  • Überwacht von: Forschern und Behörden

Koreanische Buschmücke - Aedes koreicus

Aedes koreicus, oder koreanische Buschmücke, ist eine invasive Mückenart aus Ostasien, die in den letzten Jahren in mehreren europäischen Ländern nachgewiesen wurde. Die Art ähnelt in gewissem Maße der asiatischen Tigermücke, ist aber möglicherweise besser an kühlere Temperaturen angepasst. Sie kann sowohl in städtischen Umgebungen als auch in natürlicheren Lebensräumen leben und entwickelt sich oft in kleinen Wasseransammlungen. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit wird die Art in Europa von Forschern genau beobachtet.

Aedes koreicus Fakten

  • Herkunft: Korea und Ostasien
  • Wissenschaftlicher Name: Aedes koreicus
  • Üblicher Name: koreanische Buschmücke
  • Erster Nachweis in Europa: circa 2008
  • Vorkommen: siehe Bild, Oktober 2023
  • Verträgt: kühlere Klimazonen
  • Lebensraum: Stadt und Natur
  • Eier gelegt in: kleine Wasseransammlungen
  • Aktivität: hauptsächlich tagsüber
  • Überwachung: europäische Forschungsprogramme

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London U-Bahn-Mücke (Culex pipiens molestus).

London U-Bahn-Mücke (Culex pipiens molestus) ist eine besondere Form der Hausmücke Culex pipiens, die sich an das Leben in städtischen Umgebungen, oft unterirdisch, angepasst hat. Sie wurde bekannt, nachdem sie im U-Bahn-System von London entdeckt wurde, wo sie in warmen und feuchten Tunneln überleben konnte. Im Unterschied zu vielen anderen Mückenarten kann die U-Bahn-Mücke das ganze Jahr über aktiv sein und muss keinen Winterschlaf halten. Sie lebt häufig in Kellern, Tunneln, Abwassersystemen und anderen unterirdischen Bereichen mit stehendem Wasser.

Culex pipiens molestus Fakten

  • Wissenschaftlicher Name: Culex pipiens f. molestus
  • Gruppe: Form der Hausmücke (Culex pipiens)
  • Herkunft: entwickelt in urbanen Umgebungen
  • Bekannt aus: Londons U-Bahn
  • Vorkommen: mehrere europäische Großstädte
  • Lebensraum: Tunnel, Keller, Abwassersysteme
  • Aktivität: ganzjährig
  • Sticht hauptsächlich: Menschen
  • Fortpflanzung: kann in geschlossenen Räumen erfolgen
  • Spitzname: in den Medien manchmal „Supermücke“ genannt

Zusammenfassung

Invasive Mückenarten sind Mücken, die sich durch menschliche Aktivitäten in neue Teile der Welt verbreitet haben. Mehrere dieser Arten haben sich in den letzten Jahrzehnten in Europa etabliert.

Die bekannteste ist die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), aber auch Arten wie die japanische Buschmücke (Aedes japonicus) und die koreanische Buschmücke (Aedes koreicus) kommen in der Region vor.

Obwohl einige Arten Viren übertragen können, ist das Risiko größerer Krankheitsausbrüche in Nordeuropa weiterhin gering. Gleichzeitig verfolgen Forschende die Entwicklung genau, da Klimawandel und globaler Handel die Verbreitung in Zukunft beeinflussen können.

Durch Überwachung, Forschung und präventive Maßnahmen lässt sich ein besseres Verständnis und Management dieser neuen Mückenarten erreichen.

Quellen: 


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